Flash und Suchmaschinenoptimierung

Flash & SEO

Da ich mich gerade mal wieder mit diesem Thema beschäftigt habe, möchte ich ein paar Gedanken dazu verbreiten. Natürlich speziell auf Google, den klaren Marktführer, bezogen. Vorneweg: Meine Anfrage bei Google von vor einigen Wochen blieb bis jetzt unbeantwortet.

Wenn ich diesen aktuellen Beitrag aus dem Google »Webmaster-Zentrale Blog« lese, dann zweifel ich daran, ob der Autor Mark Berghausen sich jemals über die Google Seiten im Internet hinaus bewegt hat. Einige interessante Kommentare sind auch in der originalen englischen Fassung zu finden.

Nun gut, fangen wir am Anfang an. Mittlerweile nutzen die meisten Seiten SWFObject um Flash Inhalte einzubinden. Einige Webmaster zweifeln sogar daran, ob die einfache Bereitstellung eines Alternativtextes den Google Richtlinien entspricht. Grundlos?

Falls Ihre Website Elemente enthält, die nicht von Suchmaschinen gecrawlt werden können wie Flash, JavaScript oder Bilder, sollten Sie keinen verdeckten Content für Suchmaschinen bereitstellen.

Direkt darunter heißt es jedoch:

-Stellen Sie “alt”-Text zur Verfügung, mit dem Besuchern, die ein Bildschirmleseprogramm verwenden oder Bilder im Browser deaktiviert haben, das Bild beschrieben wird.
-Stellen Sie den Text Ihrer JavaScript-Elemente zusätzlich in einem Tag außerhalb des Skripts bereit.

An anderer Stelle wird auch noch mal ausdrücklich die Verwendung von NOSCRIPT-Tags empfohlen. Also: Ich soll Alternativinhalte bereitstellen, aber keine Inhalte, die alternativ sind!?

Ich gehe jedoch davon aus, dass die Nutzung von SWFObject mit Alternativtext in Ordnung ist, so lange dieser Text keine starken Abweichungen vom eigentlichen Inhalt hat. Das Prinzip entspricht ja auch dem des NOSCRIPT-Tags.

Folgende Möglichkeiten gibt es um Flash für die Suchmaschinen zugänglich zu machen:


Macromedia Flash Search Engine SDK

Noch nie etwas davon gehört? Muss man auch nicht. Was viele außerdem nicht wissen, ist die Tatsache, dass auch Suchmaschinen Flash Inhalte indizieren können. Dummerweise habe ich noch nie eine Flash Seite gelistet bekommen, ihr etwa? Da muss man schon »filetype: swf« angeben, um entsprechende Ergebnisse zu bekommen. Das mag sich vielleicht für einfache eingebettete interaktive Inhalte anbieten, aber nicht für komplette Flash Seiten mit komplexeren Strukturen.

Cloaking

Cloaking heißt die Methode, den Suchmaschinen einen anderen Inhalt als dem User zu präsentieren. Es wird der »User Agent« abgefangen und per »mod rewrite« die Adresse zu unterschiedlichen Inhalten geführt. Cloaking ist eigentlich nichts Schlimmes. Es wurde nur missbraucht (Keyword-Spam etc.) und ist deswegen (verständlicherweise) nicht gerne gesehen. Also Usertäuschung, das was man vermeiden will.

Wenn Sie je nach User-Agent unterschiedliche Ergebnisse bereitstellen, wird Ihre Website möglicherweise als nicht vertrauenswürdig eingestuft und aus dem Google-Index entfernt.

Nur: Der User soll gar nicht getäuscht werden, sondern einfach nur auf eine Flash Seite weitergeleitet werden, die quasi genau den gleichen Inhalt bereitstellt wie die HTML Variante, ist es dann etwas Schlimmes? Nicht vertrauenswürdig? Gute Frage, aber keine Ahnung! Auf meine Anfrage bei Google zu dieser Thematik hat man mir bisher noch nicht geantwortet.

Diese Methode spricht auch voll gegen das folgende Grundprinzip, das ich aber nachvollziehen kann:

Erstellen Sie Seiten für Nutzer und nicht für Suchmaschinen. Versuchen Sie nicht, Ihre Nutzer zu täuschen, und bieten Sie Suchmaschinen keinen Content an, den Sie nicht auch für Ihre Besucher verwenden. [...]

Wobei ja kein anderer Inhalt angeboten werden soll.

Ich würde momentan von dieser Methode auf jeden Fall Abstand nehmen. Also das SEO Beispiel von SWFAddress vorerst lieber vergessen.

Automatische Redirects

Gut, dann bietet man eben für alle User ohne Flash und JavaScript die alternative HTML Struktur an. Führt dort eine Flash Detection aus und leitet weiter auf den gleichen Inhalt mit vollwertiger Anzeige. Der einzige Nachteil ist, dass der User kurz auf die Zwischenseite kommt. Aber man hat somit nicht für die Suchmaschine optimiert, sondern für alle User ohne Javascript und Flash (siehe Grundprinzip oben).

So einfach ist auch das nicht, denn auch (irreführende) Redirects sind nicht in Ordnung, weil es Usertäuschung ist. Auch hier wieder die Frage: Was genau ist irreführend? Ist es Usertäschung, wenn der User auf genau den gleichen Inhalt geleitet wird?

Da sich im Kern alles um die Täuschung der User dreht, ist das in meinen Augen kein Vergehen gegen die Google Richtlinien. Aber hier fehlen Fallstudien und konkrete Aussagen von Google.

Keine automatische Redirects

Setzt man nicht auf automatische Redirects, sondern ausschließlich auf einen Link zur korrespondierenden Flash Seite, ist das momentan wohl der sicherste Weg. Leider auch der, der mit den meisten Nachteilen verbunden ist.

Fazit

Momentan ist absolut unklar, was genau zulässig ist. Das ist alles eine recht neue Entwicklung und die Zeit wird wohl auch zeigen, was genau zulässig ist. Wendet man momentan die falsche Technik an, kann es passieren, dass man aus dem Index entfernt wird. Dies geschieht aber meistens auch nur, wenn ein Konkurrent einen bei Google meldet. Falls es dennoch passieren sollte, gehe ich davon aus, dass man recht schnell wieder aufgenommen wird, gerade eben weil die Lage so unklar ist und es keinesfalls ein grober Verstoß ist. Langfristig wird sich wohl das durchsetzen, was von vielen eingesetzt wird. Also versucht ruhig etwas neuartiges.

Geschrieben in ActionScript, Flash

Einen Kommentar schreiben

Bitte seien Sie höflich und bleiben Sie beim Thema. Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht.

Links